432 Hz vs 440 Hz: Der Wendepunkt von 1939

Die meisten Menschen merken es nicht. Sie hören Musik, sie fühlen sie, sie genießen sie. Aber was genau in diesem Jahr beschlossen wurde und was das bis heute mit deinem Nervensystem zu tun hat, das ist eine Geschichte die kaum jemand kennt.

Es geht um den Kammerton. Und um die Frage, ob 432 Hz oder 440 Hz der natürlichere Standard ist.


Was ist der Kammerton überhaupt?

Musik funktioniert nur dann, wenn Instrumente aufeinander abgestimmt sind. Ein Klavier, eine Geige und eine Flöte müssen denselben Referenzton haben, sonst klingt das Ensemble verstimmt.

Dieser Referenzton heißt Kammerton. Er ist das A über dem mittleren C, in der Musikwelt bekannt als A4. Und dieser eine Ton bestimmt, auf welche Frequenz alle anderen Töne abgestimmt werden.

Heute ist der internationale Standard: 440 Hz.

Das war nicht immer so.


Vor 1939: Eine Welt ohne einheitlichen Standard

Jahrhundertelang gab es keinen weltweiten Standard. Verschiedene Städte, verschiedene Orchester, verschiedene Epochen stimmten auf unterschiedliche Frequenzen.

Im Barock lag der Kammerton oft bei 415 Hz, manchmal sogar tiefer. Mozart komponierte in einer Zeit, in der A4 je nach Ort zwischen 421 Hz und 435 Hz lag. Verdi, der italienische Opernkomponist, stimmte auf 432 Hz und bestand darauf, dass seine Werke in dieser Frequenz aufgeführt werden sollten.

432 Hz galt in weiten Teilen Europas als der natürliche Kammerton. Nicht wegen einer wissenschaftlichen Theorie, sondern weil sich diese Frequenz über Jahrhunderte in der Praxis etabliert hatte.


Was 1939 wirklich passierte

Im Mai 1939 trafen sich in London Vertreter aus verschiedenen Ländern um einen einheitlichen internationalen Standard festzulegen. Das Ziel war praktisch: Radio, Schallplatten und Rundfunk brauchten eine gemeinsame Grundlage.

Das Ergebnis: A4 wurde auf 440 Hz festgelegt.

1955 übernahm die Internationale Organisation für Normung diesen Standard offiziell als ISO 16. Seither ist 440 Hz der global gültige Kammerton.

Was bei diesem Kongress tatsächlich hinter den Kulissen diskutiert wurde, ist bis heute nicht vollständig dokumentiert. Bekannt ist: Nicht alle Länder waren sich einig. Einige stimmten gegen den 440-Hz-Standard. Die Entscheidung fiel trotzdem.


Was ist der Unterschied zwischen 432 Hz und 440 Hz?

Der Unterschied klingt zunächst klein: 8 Hz. Weniger als ein Viertelton.

Aber Frequenzen sind nicht nur Zahlen. Sie beschreiben Schwingungen. Und Schwingungen beeinflussen alles, was mit ihnen in Kontakt kommt, auch den menschlichen Körper.

Eine Studie aus dem Jahr 2019, veröffentlicht im Fachjournal des National Institutes of Health, untersuchte genau diese Frage. Die Ergebnisse zeigten: Probanden die Musik in 432 Hz hörten, hatten eine messbar niedrigere Herzfrequenz als jene die 440-Hz-Musik hörten. Die Studie war klein, aber sie war die erste ihrer Art mit klinischer Methodik.

Viele Hörer beschreiben 432 Hz als wärmer, ruhiger und weniger anstrengend für das Ohr. 440 Hz wird häufig als heller, aber auch als angespannter beschrieben.

Ob das wissenschaftlich eindeutig bewiesen ist: Nein. Ob es von Millionen Menschen so erlebt wird: Ja.


432 Hz in der Geschichte der Musik

Die Frequenz 432 Hz taucht in der Musikgeschichte immer wieder auf.

Giuseppe Verdi bat das italienische Musikministerium 1884 in einem Brief, den Kammerton auf 432 Hz festzulegen. Er argumentierte, dass diese Frequenz natürlicher klinge und Sänger weniger belaste. Sein Antrag wurde abgelehnt.

Pythagoras, der griechische Mathematiker und Musiktheoretiker, entwickelte Tonleitern die auf mathematischen Verhältnissen beruhen. Wenn man diese Verhältnisse auf 432 Hz anwendet, entstehen Frequenzen die in vielen physikalischen Systemen der Natur auftauchen, etwa in der Schwingungsfrequenz des Planeten Erde nach manchen Berechnungen.

Das ist kein Beweis für eine mystische Wirkung. Es ist aber ein Hinweis darauf, dass 432 Hz kein zufällig gewählter Wert ist.


Was hat das mit den Solfeggio Frequenzen zu tun?

Die Solfeggio Frequenzen sind ein altes System von sechs Tönen, das in der Gregorianik verwendet wurde. Mönche sangen diese Frequenzen in Kirchengesängen, über Jahrhunderte hinweg. Mehr über die Solfeggio Frequenzen kannst du in diesem Blog-Artikel lesen. 

Diese Töne, darunter 396 Hz, 417 Hz, 528 Hz und andere, stehen in einem bestimmten mathematischen Verhältnis zueinander. Und sie stehen auch in einem Verhältnis zu 432 Hz.

Viele Forscher und Musiker vertreten die Ansicht, dass das Umstimmen auf 440 Hz im Jahr 1939 nicht nur den Kammerton verändert hat, sondern auch die Beziehung zwischen den einzelnen Tönen des westlichen Musiksystems verschoben hat.

Ob das stimmt oder nicht: Die Solfeggio Frequenzen haben ihren eigenen, unabhängigen Ursprung. Und ihre Wirkung auf das Nervensystem wird heute von immer mehr Menschen entdeckt.


Was passiert wenn man 432 Hz hört?

Die Antwort ist individuell. Manche Menschen berichten von sofortiger Entspannung. Andere bemerken zunächst keinen Unterschied und brauchen mehrere Hörsitzungen.

Was physiologisch passiert: Klang beeinflusst das Nervensystem über den Hörnerv, den Vagusnerv und das limbische System. Das ist keine Theorie, das ist Neurobiologie. Welche spezifische Frequenz welchen Effekt auslöst, ist schwerer zu messen.

Der einfachste Test ist der direkte Vergleich. Hör dir dasselbe Musikstück einmal in 440 Hz und einmal in 432 Hz an. Viele Menschen stellen fest, dass sie in 432 Hz tiefer atmen und schneller loslassen können.


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Fazit: 1939 war ein Wendepunkt

Ob der Londoner Kongress von 1939 bewusst oder unbewusst einen kulturellen Bruch herbeigeführt hat, darüber lässt sich streiten. Was nicht strittig ist: Der Wechsel von einem jahrhundertelang gewachsenen Standard auf einen neuen, global verbindlichen Kammerton hat die Musikwelt verändert.

432 Hz ist nicht verschwunden. Die Frequenz lebt in der Musik von Verdi, in den Theorien von Pythagoras, in den Gesängen der Gregorianik und in den Solfeggio Frequenzen weiter.

Und sie lebt in jedem, der anfängt, genauer hinzuhören.

 

Quellen

  1. Calamassi D. et al. (2022): "Listening to music tuned to 440 Hz versus 432 Hz to reduce anxiety and stress in emergency nurses during the COVID-19 pandemic: a double-blind, randomized controlled pilot study." Acta Biomedica. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35545982/

  2. Wikipedia: Kammerton und Geschichte der Stimmtonhöhe. https://de.wikipedia.org/wiki/Kammerton

  3. ISO 16:1975: Acoustics, Standard tuning frequency. International Organization for Standardization. https://www.iso.org/standard/3601.html

  4. Wikipedia: Giuseppe Verdi, Biografie und musikhistorische Einordnung. https://de.wikipedia.org/wiki/Giuseppe_Verdi

 

 

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ÜBER DEN AUTOR

Autor

Michael Iatroudakis

Lizenzierter Fitness-Trainer, Fitness-Lehrer, MovNat-Trainer, Ausbildung zum Heilpraktiker, Energietherapeut. 2019 stieß Michael Iatroudakis auf die weitgehend unbekannte Methode der Solfeggio-Frequenzen. Durch seine eigenen persönlichen Erfahrungen mit Frequenzen entstanden in den letzten Monaten diverse Projekte rund um die heilsamen Klänge.

Vor allem die Kombination von Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität mit Solfeggio-Frequenzen hat es Michael angetan. Durch die spannenden und erfolgreichen Resultate der Frequenzen hat Michael sein Repertoire an Mentaltechniken erweitert. Darunter Affirmationen, Afformationen, binaurale Beats und Frequenzen wie zum Beispiel die Solfeggio-Frequenzen. 

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